Dachdämmung – Dämmstoffe und Vorgehen im Überblick
Eine ungedämmte Dachfläche ist wie ein dauerhaft geöffnetes Fenster: Bis zu 20 % der Heizwärme kann darüber verloren gehen. Mit einer passenden Dachdämmung verhindern Sie diesen Wärmeverlust und sparen damit bares Geld. Doch nicht nur im Winter macht sich eine gute Dämmung bemerkbar: Auch im Sommer schützt sie vor Hitze und sorgt dafür, dass sich Ihr Zuhause nicht unangenehm aufheizt. In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen, warum eine Dachdämmung so wichtig ist, welche Varianten es gibt und welche Dämmstoffe sich besonders gut eignen. So finden Sie die passende Lösung für Ihr Dach, ganz gleich, ob Neubau oder Sanierung.
Die Dachdämmung ist aus Gründen des Energiehaushaltes Ihres Hauses nicht nur sinnvoll, sondern in vielen Fällen auch gesetzlich vorgeschrieben. Wer sein Haus nach dem 01.02.2002 erworben hat, muss für eine Dachdämmung sorgen, die den Auflagen der Wärmeschutz-Norm DIN 4108-2: 2013-02 entspricht. Diese schreibt vor, dass die Dämmung einen U-Wert von maximal 0,24 W/(m²K) einhalten muss. Der U-Wert gibt den Wärmestrom durch ein Bauteil abhängig vom Temperaturgefälle zwischen warmer Seite und kalter Seite an. Er wird auch Wärmedurchgangskoeffizient genannt. Je kleiner der U-Wert, desto besser sind die Dämmeigenschaften.
Welche Baustoffe eignen sich? – Dämmstoffe für das Dach im Überblick
Setzt man sich hinreichend mit den Eigenschaften der Materialien zur Dämmung von Dächern auseinander, ist es keine große Herausforderung, das richtige Dämmmaterial für Ihr Dach zu finden. Jeder Dämmstoff bietet seine eigenen Vor- und Nachteile und kann bei verschiedenen Dämm-Methoden eingesetzt werden. Grundsätzlich bestimmt des Bauprojekt – Sanierung oder Neubau –, die bauliche Situation, der Preis und das energetische Ziel die Entscheidung. Vorgeschriebene Herstellerangaben zu den einzelnen Dämmmaterialien geben Aufschluss über Wärmeleitfähigkeit, Wasserdampfdiffusionswiderstand, Baustoffklasse und Brandschutzverhalten. Die gängigsten Materialgruppen haben wir Ihnen im Folgenden dargestellt.
Anorganische Dach-Dämmstoffe: Mineralwolle
Zu den anorganischen Dämmstoffen zählen vor allem Mineralwollen, wie Steinwolle oder Glaswolle, die häufig als Dämmstoff eingesetzt werden. Steinwolle und Glaswolle haben sehr ähnliche Eigenschaften: Sie sind sehr haltbar und brandresistent. Mineraldämmstoffe sind als Platten oder auf Rolle erhältlich. Somit lassen sie sich einfach verlegen und sind bei fast allen Dämmarten verwendbar. Glaswolle ist bei der Verarbeitung zwar etwas flexibler, doch Steinwolle hat eine höhere Schallschutzwirkung. Beide Materialien sind zudem relativ günstig.
Geschäumte Kunststoffe zur Dachdämmung: Polystyrol, Polyurethan und mehr
Die Kunststoff-Dämmungen sind meist als Hartschaumplatten erhältlich und zählen zu den meistverbauten Dämmstoffen. Zu den Dämmmaterialien aus Kunststoff zählen:
- Expandiertes Polystyrol (EPS)
- Extrudiertes Polystyrol (XPS)
- Polyurethan-Hartschaumplatten (PUR)
- Resol-Hartschaum
Polystyrol
Polystyrol wird in Deutschland unter dem Markennamen „Styropor“ angeboten – entweder als expandiertes (aufgeblähtes) Polystyrol mit dem Kürzel EPS oder in extrudierter (aufgeschäumter) XPS-Version. Polyurethan wiederum ist ein Hartschaum auf Erdölbasis, der als Platten aufgebracht wird. Geschäumte Kunststoffe haben eine gute energetische Dämmwirkung und zeichnen sich durch eine einfache Verlegung aus. Der Hitzeschutz im Sommer ist jedoch nicht optimal. Styropor ist für die Auf- und Zwischensparrendämmung geeignet und bietet sehr gute Dämmwerte. Außerdem verrottet das Dämmmaterial nicht und ist beständig gegenüber Feuchtigkeit. Die Kosten für die Dachdämmung aus Styropor sind pro Quadratmeter zudem geringer als für das verwandte Polyurethan. In Sachen Brandschutz überzeugt Styropor jedoch weniger: Styropor ist entzündlich und verursacht im Brandfall giftige Dämpfe.
Polyurethan
Polyurethan (PUR) eignet sich für alle Verfahren der Dachdämmung gleichermaßen. Es ist resistent gegenüber Witterung und Feuchtigkeit und hat darüber hinaus hervorragende Dämmeigenschaften. Doch auch bei Polyurethan hat im Brandschutz entscheidende Nachteile: Der Stoff ist brennbar und kann sogar brandfördernd wirken. Zudem können giftige Emissionen freigesetzt werden. Polyurethan wird aus Erdöl hergestellt – einem nicht erneuerbaren Rohstoff.
Resol-Hartschaum
Resol-Hartschaum ist als Dämmstoff auf dem neuesten Stand der Technik. Das Material wird in Platten verlegt, ist sehr dünn und trotzdem effizient. Der Dämmstoff kann daher schmal verlegt werden, wodurch sich schlanke Dachaufbauten bei besten Dämmergebnissen ideal realisieren lassen. Resol-Hartschaum ist im Gegensatz zu vergleichbaren Materialien diffusionsfähig und beugt daher Schimmelbildung vor.
Naturdämmstoffe für das Dach aus nachwachsenden Fasern
Die Dachdämmung aus natürlichen Dämmstoffen wird immer beliebter. Etabliert haben sich vor allem Holzfaserdämmstoffe und die Zellulose-Dämmung. Viele ökologische Dämmstoffe sind entgegen der weitverbreiteten Meinung nur bedingt teurer als konventionelle Dämmstoffe. Preissteigerungen bei vielen Baumaterialien und Lieferengpässe bei einigen Baustoffen machen Naturdämmstoffe inzwischen konkurrenzfähig, auch bei den Kosten. Spielt Nachhaltigkeit bei der Dachdämmung eine Rolle, punkten Naturdämmstoffe mit regionaler Herkunft und sind eine echte Alternative.
Naturdämmstoffe bestehen aus tierischen oder pflanzlichen Fasern. Dazu zählen:
- Holzfaser,
- Schafwolle,
- Kokos,
- Hanf,
- Flachs,
- Zellulose aus Altpapier
- und viele weitere.
Wichtig insbesondere bei der Dachdämmung ist jedoch, nicht nur ein Blick auf den Preis zu werfen, sondern auch auf die technischen Daten. Holzwolle beispielsweise hat nur eine niedrige Dämmwirkung, sodass eine Dämmschicht sehr dick ausfallen müsste, um die Dämmwerte anderer Materialien zu erreichen. Daher kann eine Kombination verschiedener Materialien in vielen Fällen sinnvoll sein.
Dämmstoffe anbringen: Welche Arten der Dachdämmung gibt es?
Welcher Dämmstoff sich eignet, kommt auch auf die Art der Dachdämmung an. Bei der Dämmung des Daches können verschiedene Methoden und Varianten in Frage kommen. Welche Dämmmethode am sinnvollsten ist, hängt dabei maßgeblich vom Alter und Zustand des Dachs und der Lage des Gebäudes ab.
Je nach Nutzung des Dachraums und baulicher Gegebenheiten können Sie Ihren Dachboden auf unterschiedliche Weise dämmen. Eine gängige Methode ist die Verlegung von Dämmplatten auf der Geschossdecke – ideal für ungenutzte, unbeheizte Dachräume. Wenn keine Platten verlegt werden sollen, bietet sich eine Einblasdämmung an. Dabei wird loses Dämmmaterial in Hohlräume eingeblasen – eine besonders zeitsparende und fugenfreie Lösung. Beide Varianten eignen sich hervorragend für die Dachbodendämmung, unterscheiden sich jedoch in Aufwand, Materialbedarf und Kosten. Ein genauer Vergleich der Methoden hilft Ihnen, die optimale Lösung für Ihr Projekt zu finden.
Die Aufsparrendämmung kommt in der Regel nur bei vollständigen Dachsanierungen zum Einsatz. Sie bietet sich vor allem dann an, wenn das Dachgeschoss bereits ausgebaut ist oder aufgrund der Sparrenhöhe keine andere Lösung infrage kommt. Der große Vorteil einer Aufsparrendämmung ist die Aufbringung einer vollständigen Dämmschicht auf dem Dach, die eine besonders effektive Wärmedämmung mit sich bringt. Zudem wird die nutzbare oder bewohnbare Fläche des Dachbodens nicht eingeschränkt. Allerdings ist die Aufsparrendämmung auch besonders aufwendig.
Bei nicht ausgebauten Dachböden und bei Dächern, die gedämmt, aber nicht vollständig saniert werden sollen, ist die Zwischensparrendämmung eine geeignete Lösung. Vor allem für die Altbausanierung ist diese Art der Dämmung besonders gut geeignet und kann mit verhältnismäßig wenig Aufwand realisiert werden. Als Abschluss wird auf die Zwischensparrendämmung die Innenverkleidung aufgesetzt, sodass die Dämmung von innen und außen nicht mehr sichtbar ist.
Untersparrendämmung
In der Regel wird die Untersparrendämmung nicht als eigene Dämmform gesehen, sondern vielmehr unterstützend zur Zwischensparrendämmung eingesetzt. Durch eine Untersparrendämmung kann die Effizienz der Zwischensparrendämmung um bis zu 25 Prozent angehoben werden. Allerdings bedeutet eine solche Dämmung auch immer einen spürbaren Raumverlust im Innenraum des Dachbodens.
Geht es um die Wahl der passenden Dämmstoffe für Ihr Dach, sind Sie bei Ihrem Henrich Baustoffzentrum in besten Händen. Bei uns erhalten Sie neben den hochwertigen Baustoffen auch eine kompetente Beratung: Unsere Fachberater vor Ort unterstützen Sie bei der Auswahl der Dämmstoffe und liefern Ihnen hilfreiche Tipps.
Dämmstoffe für die Dachdämmung – mit Henrich Baustoffzentrum gut beraten
Sie planen die Dachdämmung Ihres Hauses und suchen nach den passenden Materialien? Als erfahrener Fachhandel begleiten wir Sie bei der Auswahl geeigneter Dämmstoffe – abgestimmt auf Ihre Dachkonstruktion, energetischen Anforderungen und Ihr Budget. Ob Zwischensparren-, Aufsparren- oder Dachbodendämmung: Wir unterstützen Sie von der Beratung über die Produktauswahl bis hin zur Umsetzung, auf Wunsch auch gemeinsam mit Ihrem Handwerksbetrieb. In unserem Ratgeberbereich finden Sie viele weitere Themen rund ums Bauen und Modernisieren, zum Beispiel:
Besuchen Sie uns an einem unserer Standorte und lassen Sie sich persönlich beraten. Bei Henrich Baustoffzentrum finden Sie Dämmstofflösungen, die perfekt auf Ihr Projekt abgestimmt sind, für mehr Wohnkomfort und Energieeffizienz.