Bauen mit Naturbaustoffen

Wer sich mit ökologischem Bauen beschäftigt, setzt sich häufig intensiv mit der Herkunft, Zusammensetzung und den Eigenschaften der verwendeten Baustoffe auseinander. Dabei können unter anderem natürliche, nachwachsende oder recycelte Rohstoffe sowie die bauphysikalischen Eigenschaften der Materialien eine Rolle spielen.

Von der Dämmung über Wandfarben und Putze bis zum Bodenbelag stehen heute zahlreiche Baustoffe und Systeme für Neubau und Sanierung zur Verfügung.

Welche Materialien für Ihr Bauvorhaben geeignet sind, hängt von der jeweiligen Konstruktion, dem Einsatzbereich und den gewünschten Eigenschaften ab. In unserem Ratgeber stellen wir verschiedene Möglichkeiten vor und zeigen, worauf Sie bei der Auswahl achten können.

Was bedeutet ökologisches Bauen?

Der Begriff „ökologisches Bauen“ wird häufig für Baukonzepte verwendet, bei denen unter anderem die Auswahl und Herkunft der Rohstoffe, die Materialzusammensetzung, die Energieeffizienz des Gebäudes und weitere Aspekte über den Lebenszyklus eines Gebäudes berücksichtigt werden.

Eine pauschale Aussage über die Umweltwirkung eines Gebäudes oder Baustoffs lässt sich daraus jedoch nicht ableiten. Entscheidend sind die konkrete Konstruktion, die eingesetzten Produkte und deren nachgewiesene Eigenschaften.

Bei der Auswahl von Baustoffen können beispielsweise folgende Aspekte berücksichtigt werden:

  • Herkunft und Art der eingesetzten Rohstoffe
  • Anteil nachwachsender oder recycelter Rohstoffe
  • technische und bauphysikalische Eigenschaften
  • Energiebedarf des Gebäudes
  • Langlebigkeit und Instandhaltung
  • Rückbau- und Verwertungsmöglichkeiten
  • vorhandene Umwelt- und Produktdeklarationen
  • Emissionsprüfungen und weitere Produktnachweise

Unsere Fachberater unterstützen Sie dabei, geeignete Materialien und Systeme für Ihr individuelles Bauvorhaben auszuwählen.

Dämmstoffe auf Basis unterschiedlicher Rohstoffe

Für die Dämmung von Dach, Wand und Fassade stehen unterschiedliche Materialien und Systeme zur Verfügung. Neben mineralischen Dämmstoffen können je nach Konstruktion beispielsweise Dämmstoffe auf Basis von Holzfasern, Zellulose, Kork oder anderen Rohstoffen eingesetzt werden.

Die verschiedenen Dämmstoffe unterscheiden sich hinsichtlich Wärmeleitfähigkeit, Wärmespeicherfähigkeit, Schallschutz, Feuchteverhalten, Brandschutz und Einsatzmöglichkeiten.

Welcher Dämmstoff geeignet ist, sollte deshalb anhand der Anforderungen des jeweiligen Bauteils und der gesamten Konstruktion beurteilt werden.

Holzfaserdämmstoffe

Holzfaserdämmstoffe werden überwiegend auf Basis von Holzfasern hergestellt. Je nach Produkt und Herstellungsverfahren können weitere Bestandteile und Zusatzstoffe enthalten sein.

Sie können für unterschiedliche Anwendungen in Dach, Wand und Fassade eingesetzt werden und bieten Wärme- und Schallschutzeigenschaften. Aufgrund ihrer Wärmespeicherfähigkeit können Holzfaserdämmstoffe je nach Konstruktion auch zum sommerlichen Hitzeschutz beitragen.

Welche Eigenschaften und technischen Werte erreicht werden, hängt vom jeweiligen Produkt und Bauteilaufbau ab.

Perlite als Dämmstoff

Perlite werden aus vulkanischem Gestein hergestellt. Bei der Verarbeitung wird das Ausgangsmaterial erhitzt. Dadurch vergrößert sich sein Volumen und es entsteht eine poröse Struktur mit zahlreichen Lufteinschlüssen, die dem Material seine Wärmedämmeigenschaften verleiht.

Je nach Produkt können Perlite beispielsweise als Granulat für bestimmte Hohlräume oder als Bestandteil von Dämm- und Bauplatten eingesetzt werden.

Weitere Dämmstoffe

Neben Holzfaser und Perlit stehen für unterschiedliche Dämmaufgaben weitere Materialien zur Verfügung. Dazu gehören je nach Anwendung beispielsweise:

  • Zellulosedämmstoffe
  • Korkdämmstoffe
  • Schilfdämmstoffe
  • Jutedämmstoffe
  • mineralische Dämmstoffe

Die Materialien unterscheiden sich hinsichtlich Zusammensetzung, technischer Eigenschaften und Einsatzbereiche. Bei der Auswahl sollten deshalb immer die Kennwerte und Herstellerangaben des konkreten Produkts berücksichtigt werden.

Schwarze Innentür in einem Schlafzimmer

Naturfarben und Putze für die Wandgestaltung

Auch bei Wandfarben und Putzen stehen Produkte auf Basis unterschiedlicher Rohstoffe zur Verfügung. Dazu gehören beispielsweise Lehmfarben, Kalkfarben und Silikatfarben.

Die genaue Zusammensetzung und die technischen Eigenschaften unterscheiden sich von Produkt zu Produkt. Neben der gewünschten Optik spielen bei der Auswahl unter anderem der Untergrund, die Wasserdampfdurchlässigkeit, das Deckvermögen, die Abriebfestigkeit und der vorgesehene Einsatzbereich eine Rolle.

Herstellerangaben, technische Datenblätter und vorhandene Produktprüfungen können bei der Auswahl zusätzliche Orientierung bieten.

Putz und Farbe aus Lehm

Lehmputze und Lehmfarben bieten unterschiedliche Möglichkeiten für die Gestaltung von Innenräumen.

Lehm kann Wasserdampf aus der Raumluft aufnehmen und bei veränderten Bedingungen wieder abgeben. Dadurch können Lehmoberflächen zur Regulierung der Raumluftfeuchte beitragen.

Je nach Produkt kommen neben Lehm und Ton weitere Bestandteile, Bindemittel, Füllstoffe oder Pigmente zum Einsatz. Die genaue Zusammensetzung sollte deshalb anhand der Angaben des jeweiligen Herstellers beurteilt werden.

Welche Lehmfarbe oder welcher Lehmputz für einen Raum und Untergrund geeignet ist, hängt vom konkreten Produkt und dem vorgesehenen Einsatzbereich ab.

Weitere Farben für die Wandgestaltung

Für die Gestaltung von Wänden stehen unterschiedliche Farbtypen zur Verfügung. Dazu gehören beispielsweise:

  • Leimfarben
  • Lehmfarben
  • Kalkfarben
  • Kaseinfarben
  • Naturharzfarben
  • Silikatfarben

Je nach Farbtyp und Produkt können pflanzliche oder mineralische Rohstoffe zum Einsatz kommen.

Eigenschaften hinsichtlich Wasserdampfdurchlässigkeit, Verarbeitung, Abriebfestigkeit und geeigneter Untergründe unterscheiden sich. Aussagen zu Inhaltsstoffen oder Emissionen sollten deshalb immer anhand des konkreten Produkts und vorhandener Nachweise beurteilt werden.

Sessel auf Holzboden

Bodenbeläge aus unterschiedlichen Materialien

Auch bei Bodenbelägen spielen neben Optik und Nutzung die Materialzusammensetzung und technischen Eigenschaften eine wichtige Rolle.

Zur Auswahl stehen beispielsweise:

  • Parkett und andere Holzböden
  • Korkböden
  • Linoleum
  • Bambusböden
  • Naturstein und keramische Fliesen
  • textile Bodenbeläge auf Basis unterschiedlicher Fasern

Welcher Bodenbelag für einen Raum geeignet ist, hängt unter anderem von Beanspruchung, Feuchtigkeitsbelastung, Pflege, Verlegeart und den gewünschten technischen Eigenschaften ab.

Auch die Herkunft der Rohstoffe, Oberflächenbehandlungen, verwendete Klebstoffe sowie vorhandene Emissionsprüfungen und Produktzertifizierungen können bei der Auswahl berücksichtigt werden.

Parkett und Holzböden

Parkett bietet zahlreiche Möglichkeiten hinsichtlich Holzart, Sortierung, Verlegemuster und Oberflächenbehandlung.

Massivparkett besteht aus massivem Holz. Mehrschichtparkett wird dagegen aus mehreren miteinander verbundenen Schichten aufgebaut. Dadurch unterscheiden sich die Produkte hinsichtlich Konstruktion und Verarbeitung.

Bei der Auswahl können neben den technischen Eigenschaften beispielsweise die Herkunft des Holzes, vorhandene Zertifizierungen und die verwendete Oberflächenbehandlung berücksichtigt werden.

Korkböden

Kork wird aus der Rinde der Korkeiche gewonnen. Die Rinde kann geerntet werden, ohne den Baum zu fällen, und bildet sich anschließend erneut.

Aufgrund seiner Materialstruktur bietet Kork interessante Eigenschaften für Bodenbeläge. Je nach Produkt und Aufbau können Korkböden unter anderem Wärme- und Trittschalldämmeigenschaften sowie ein elastisches Laufgefühl bieten.

Die genaue Zusammensetzung, Oberflächenbehandlung und Konstruktion unterscheiden sich je nach Produkt. Bei der Auswahl sollten deshalb die jeweiligen Herstellerangaben berücksichtigt werden.

Materialauswahl und Raumklima

Die Bedingungen in Innenräumen werden von verschiedenen Faktoren beeinflusst. Dazu gehören unter anderem Raumtemperatur, Luftfeuchtigkeit, Lüftung, Nutzung der Räume sowie die eingesetzten Baustoffe und Einrichtungsgegenstände.

Bei Neubau und Sanierung kann es deshalb sinnvoll sein, sich mit der Zusammensetzung und den geprüften Eigenschaften der eingesetzten Produkte auseinanderzusetzen.

Herstellerinformationen, technische Datenblätter sowie unabhängige Emissionsprüfungen und Produktzertifizierungen können zusätzliche Orientierung bieten.

Auch Baustoffe mit natürlichen oder nachwachsenden Rohstoffen sollten nicht pauschal als „gesund“, „schadstofffrei“ oder „umweltfreundlich“ beurteilt werden. Entscheidend sind die Eigenschaften und Nachweise des konkreten Produkts.

Fachberatung zu Naturbaustoffen

Ob Dämmung, Wandgestaltung oder Bodenbelag: Die Anforderungen an Materialien und Konstruktionen unterscheiden sich von Projekt zu Projekt.

Bei Henrich finden Sie verschiedene Baustoffe und Systeme für Neubau, Sanierung und Renovierung. Unsere Fachberater unterstützen Sie dabei, Produkte anhand ihrer Eigenschaften zu vergleichen und geeignete Lösungen für Ihr Bauvorhaben auszuwählen.

Lassen Sie sich bei Henrich zu Naturbaustoffen, Dämmstoffen, Farben, Putzen und Bodenbelägen beraten.